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Pilotprojekt Berufsausbildung und Selbstständigkeit im Einzelhandel des Landes Nordrhein-Westfalen am Karl-Schiller-Berufskolleg der Stadt Dortmund

Am Karl-Schiller-Berufskolleg war der Projektgruppe die möglichst nachhaltige Förderung der Idee des Unternehmertums besonders wichtig. Auf dieser Grundlage bestand aus der umfangreichen Palette möglicher Projektkonkretisierungen das Projekt in der selbständigen Entwicklung einer Geschäftsidee bei Erstellung eines umfassenden Geschäftsplans und abschließender Präsentation durch Auszubildende im Einzelhandel. Gegen Ende des Schuljahres 2005/06 wurde das Projekt allen Lernenden der Mittelstufenklassen durch das Lehrendenteam vorgestellt. An der Projektteilnahme interessierte Schülerinnen und Schüler hatten dann die Gelegenheit, sich für die neu einzurichtende Klasse zu melden. Bei der dann im Schuljahr 2006/07 eingerichteten Klasse handelte es sich um eine Oberstufe der Fachklasse des dualen Systems für die dreijährige Ausbildung zum/zur Kaufmann/Kauffrau im Einzelhandel mit branchengemischten Tätigkeitsschwerpunkten.

Konzeption und Durchführung

Dem gesamten Projekt lag am Karl-Schiller-Berufskolleg eine Struktur zu Grunde, deren Elemente die folgende Abbildung dargestellt:

Schaubild: Struktur des Projekts am Karl-Schiller-Berufskolleg

Die konkrete Erarbeitung der Geschäftskonzepte erfolgte im Rahmen eines einjährigen Differenzierungskurses mit zwei wöchentlichen Unterrichtsstunden selbständig durch die jeweiligen Lernendenteams. Dabei wurden sowohl durch die Lehrenden als auch durch zahlreiche Experten fachliche Hilfestellungen gegeben. Diese Hilfestellungen erfolgten teilweise als Inputreferate, größtenteils allerdings auf konkrete Anforderung der Teams. Wichtige Meilensteine des Projektes waren die Zwischenpräsentation zum Ende des ersten Schulhalbjahres sowie die Abschlusspräsentation in den Räumen des Einzelhandelsverbandes Westfalen-Mitte e. V. zum Ende des Schuljahres. Diese Präsentationen erfolgten jeweils vor einer schulexternen Expertenjury. Der Jury wurden die Konzepte in diesem Rahmen jeweils bei Vorgabe eines Zeitlimits präsentiert und anschließend mit den Experten kritisch diskutiert. Bei der Abschlusspräsentation musste zudem der ausgearbeitete Geschäftsplan vorgelegt werden. Schülerinnen und Schüler, die ihre Geschäftsidee bei der Abschlusspräsentation präsentiert und einen umfassenden Geschäftsplan erstellt haben, erhielten ein Teilnahmezertifikat der Projektträger bzw. –durchführenden.

Evaluation

Bei Betrachtung der Ergebnisse der umfassend durchgeführten Evaluation können folgende Befunde konstatiert werden: Positiv zu werten ist die Sensibilisierung sowie der fachliche und überfachliche Kompetenzaufbau zu Fragestellungen zur Existenzgründung bei Lernenden und Lehrenden. Da zur Erstellung eines umfassenden Geschäftsplanes eine Vielzahl fachlicher Facetten integriert werden müssen, sie also als Querschnittstätigkeit bezeichnet werden kann, ermöglicht das Projekt einen Rückbezug auf nahezu die gesamten Unterrichtsinhalte der Ausbildung. Dies ist nicht zuletzt auch ein probates Mittel der Prüfungsvorbereitung. Darüber hinaus ist im Rahmen einer Lernortkooperation die Intensivierung des Kontaktes zu außerschulischen Institutionen positiv hervorzuheben. Die intensive und fruchtbare Zusammenarbeit mit beispielsweise dem Einzelhandelsverband Westfalen-Mitte e. V., der Wirtschaftsförderung der Stadt Dortmund oder der Initiative Go! to school wird gewiss auch nach dem Projekt fortgesetzt werden. Fachlich bzw. methodisch stieß die Lerngruppe teilweise auf Schwierigkeiten bei der kreativen Entwicklung von Geschäftsideen sowie nahezu durchgängig bei der Erstellung umfassender Planrechnungen. Gerade die Beschaffung zur Planrechnung notwendiger Grunddaten, z. B. durchschnittlicher Umsatz bestimmter Branchen, erwies sich teilweise als problematisch.

Transfer und Verstetigung

Der vorgesehene Transfer des durchgeführten Projektes geschieht auf verschiedenen Ebenen. Einerseits erfolgt eine Integration des Projektes mit den Projekten der anderen beteiligten Berufskollegs zu einem landesweit einsetzbaren und modularen Gesamtkonzept. Am Karl-Schiller-Berufskolleg wird andererseits darüber hinaus bereits im Schuljahr 2007/08 eine Wiederholung des Projektes in einer Einzelhandels-Oberstufenklasse des laufenden BLK-Modellversuchs segel-bs vorgenommen. Nach diesem erneuten Durchlauf soll das Projekt als Differenzierungskurs für interessierte Lernende der Oberstufenklassen im Bildungsgang Einzelhandel verstetigt werden.

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